• Sehr geehrte Händler,

    dieser Shop richtet sich an unsere Privatkunden. Wiederverkäufer wenden sich bitte direkt an:

    Frau Brunhilde Noffke
    Tel: 04334 - 18 22 008
    Fax: 04334 - 18 22 011
    E-Mail: vertrieb@koenigsfurt-urania.com

     

    Russische Märchen

    Früh, Sigrid

    ISBN: 9783868260465
    Umfang: Buch
    6,99 €
    zzgl. Versand

    Erscheinungsdatum: 2006
     

    Auch als E-Book erhältlich: 4,99 €
    Neuausgabe, Hardcover, 192 Seiten, 14 x 22 cm

    Auch erhältlich bei Ihrem Buchhändler vor Ort sowie online:

    Beschreibung

    Die großen Märchen Rußlands in einem Band: Voller Poesie und Lebenskraft erzählen sie von Gefahren und Abenteuern, von Abschied und Aufbruch, von Glück und Heimkehr - vom ewigen Kampf für das Gute, von den Rätseln und den Wundern des Lebens, die uns sehr viel näher sind, als wir denken.

    Diese Sammlung russischer Märchen unterscheidet sich von anderen. In diesen Geschichten begegnen wir Baba Jaga, der allmächtigen Zauberin, der Frauengestalt aus matriarchalischen Zeiten, endlich auch in einer positiven Rolle. Und die Wandlung des dummen Iwan zu einem erwachsenen erfolgreichen Mann zeigt, mit welchen Eigenschaften man das Leben meistern kann.

    Zum Erzählen und Vorlesen





    Rezensionen

    Claudia Lazar, Kiel (Leserin)


    In dieser russischen Märchensammlung treffen wir viele Iwans, schöne, kluge und böse Frauen, Drachen, Zaren und deren Frauen, Söhne, Töchter und natürlich Baba Jaga. Erstmals lernen wir hier die alte Baba Jaga auch als Gute und Hilfreiche kennen. Diese eigentlich ambivalente mächtige Frauen-Hexen-Göttinnen-Gestalt aus dem russischen Sprachraum war in den bisher übersetzten Märchen grundsätzlich eine böse, Menschen fressende Zauberin. Hier nun darf sie ihre andere, wissende Seite zeigen: sie gibt weise Ratschläge und hilft dem in Not geratenen.


    Wunderdinge passieren - und freimütig gibt der Erzähler die Unerklärlichkeit zu - aber das tut nichts zur Sache (S. 163 „...sprang ihnen – man weiß nicht woher – eine goldene Ziege über den Weg“). Man wundert sich kurz und weiter geht’s im Text. Wir müssen die Welt nicht erklären, wir müssen in ihr leben.


    Oft begegnet uns Iwan, der Dummling, ein gutmütiger Held. Er kann weinen, er nimmt Hilfe an, er verlässt sich auf andere, er redet mit seinen Gegnern und erschlägt sie nicht sofort, ist nicht heißblütig und denkt nach. Er überschätzt seine Fähigkeiten nicht und ist ungeheuer optimistisch. Er besitzt schlechthin die Eigenschaften, die bei uns als nicht so männlich gelten, von „richtigen“ Männern verachtet werden. Er wagt viel, weil er nichts zu verlieren hat. Seine Ausgangslage ist meist schlechter als die der Brüder, aber durch seine Offenheit und Hilfsbereitschaft gewinnt er echte Freunde, die ihm bei Schwierigkeiten zur Seite stehen. Zum Ende ist er der Mann, der Sieger, der die schönen und weisen Frauen überzeugen kann und schließlich „freit“. Dieses Wort drückt aus, dass Iwan seine frühere Rolle ablegt und einen eigenen Hausstand gründet, frei von seinen Eltern und seiner Vergangenheit. Eine hoffnungsvolle Metamorphose, und wer wünscht sich die nicht, vor allen Dingen für unsere Jugend. Denn vermittelt dieses Märchen unseren Kindern damit nicht die Hoffnung, dass durch das Erwachsen Werden solch ein Glück zu gewinnen, zu verdienen sei? Eine Lust zum Aufbruch in die Welt? Zum Verlassen von „Hotel Mama“?


    Die Sprache dieser Märchen ist zwar dem Deutschen angepasst – das heißt, dass die Diminutive der russischen Sprache größtenteils weggefallen sind - wir finden aber immer noch die schönen Formeln wie: „Der Morgen ist weiser denn der Abend.“ oder „Schnell ist das Märchen erzählt, doch lange braucht es zur Tat.“ Oder auch „Ritt er lange oder ritt er kurz, man weiß es nicht.“ Sie haben eine beruhigende Wirkung wie autogenes Training auf uns.


    Ebenso lesen wir einen Spruch, der die Zuhörer aufforderte, den Erzähler nach geleistetem Beitrag zur Unterhaltung zu bewirten, oder „Das Märchen ist zu Ende, es ist eine ausgedachte Geschichte und soll euch eine Lehre sein.“


    Anfang und Ende sind klar definiert, wir werden in die Wirklichkeit entlassen, aber sanft, denn wir dürfen uns die gemütliche, heimelige Atmosphäre eines langen, dunklen Abends mit Feuer im Ofen, wo man nach dem Erzählen noch beim Essen zusammensitzt, beim Lesen vorstellen, wir genießen mit Väterchen, Mütterchen und Großmütterchen noch den Rest des Abends.


    Die Achtsamkeit und Klugheit, mit der diese Sammlung ausgewählt, übersetzt und erzählt wurde, sind hoch zu schätzen, nicht zu vergessen den Humor, der uns Leser auflachen oder schmunzeln lässt (z.B. „Auf des Hechts Geheiß“). Die Märchen von Frau Früh und Herrn Walch sind ein absolut liebenswertes Kleinod (oder wenn es das Wort gäbe: Großod).

    Informationen zum Autor

    Früh, Sigrid

    Märchenforscherin und Herausgeberin von Märchenbüchern und die wohl bekannteste Märchenerzählerin Deutschlands. Verstorben am 2.12.2016  Mehr...

    Diese Produkte könnten Sie auch interessieren

    Weitere Produkte des Autors