Freitag der 13.

Hintergründe und Mondkalender

Siegermächte haben oft schon die Kultur der Besiegten unterdrückt. So kam es auch, dass die Römer den besiegten Germanen und Kelten ihren 12-monatigen (Sonnen-) Kalender aufoktroyierten und den vorher herrschenden 13-monatigen Mondkalender verpönten. Alle Geschichten, die auf eine schlimme 13 Bezug nehmen -- bis hin zu den Märchen, wie Dornröschen, in dem es die 13. böse Fee ist, die Dornröschen in den 100-jährigen Schlaf versetzt --, all diese Geschichten gehen auf eine Tabuisierung der germanisch-keltischen Traditionen und insbesondere des Kalenders auf Basis des Mondes zurück. Da wir heute aber den Mondkalender ohnehin neu entdeckt haben, gibt es für uns keinen Grund, diese 13-monatige Jahreseinteilung in irgendeiner Weise zu fürchten, im Gegenteil.

Die Wochentage sind in den romanischen Sprachen nach römischen Gottheiten benannt. Freitag zB. französisch Vendredi oder italienisch Venerdi, das ist jedesmal der Venus-Tag. Und im Deutschen und anderen Sprachen gehen die Wochentage auf germanische Gottheiten zurück: der Freitag, Vrijdag oder friday ist der Tag der Frigg oder Frija, der germanischen Venus. Freitag der 13. symbolisiert also gleichsam eine Verdoppelung von Frauen- und Mond-Power. Dass dies in der Geschichte manch einem Angst gemacht hat, ist klar (angesichts des lange herrschenden Patriarchats) und erklärt ohne weiteres die Horror-Mythen von Freitag dem 13. Für uns ist es aber heute umgekehrt: Wenn wir wissen, woher diese Verteufelung stammt, dann brauchen wir uns vor einem Freitag dem 13. nicht nur nicht mehr zu fürchten, sondern wir können uns im Gegenteil diesen Tag, inklusive seiner dunklen abergläubischen Tradition, bewusst machen und besonders genießen.

 

Lesen Sie hier das gesamte Interview mit Evelin Bürger und Johannes Fiebig.

 

Literatur: Johannes Fiebig / Eva-Christiane Wetterer: Magischer Begleiter. Krummwisch 2011

 

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