Smith, Pamela Colman


 

Biographie:

Pamela Colman Smith


Am 16. Februar 1878 kam Pamela Colman Smith in London zur Welt. Schon früh kam Pamela mit dem Theater und der Kunstszene in Berührung. Ihre Eltern waren begeisterte Anhänger des Theaters und der bildenden Kunst. Manchester war damals ein Zentrum des Spiritualismus und es ist anzunehmen, dass die kleine Pamela schon früh damit in Berührung gekommen ist, denn ihre Mutter stand dieser Szene recht nahe. 1889 zog die Familie nach Jamaika, wo ihr Vater im Eisenbahnbau tätig war.

1893 zog Pamela mit ihrem Vater nach New York, wo sie das Pratt Insitute in Brooklyn, eine der führenden privaten Kunstschulen in den USA, besuchte. Dort war sie Schülerin von Arthur Wesley Dow, einem amerikanischen Maler und Kunsterzieher, der für die damalige Zeit einige ungewöhnliche Ansichten vertrat. Er lehrte von der spirituellen Seite der Kunst, vom Hören der Farben, Sehen des Klangs und Riechen der Musik. Sein Einfluss sollte sich in Pamelas Bildern Zeit ihres Lebens bemerkbar machen.

1899 schien Pamelas erfolgreichstes Jahr zu werden. Sie veröffentlichte drei eigene Bücher und illustrierte mehrere wichtige Bücher anderer Autoren.
In dieser illustren Gesellschaft schien Pamela's Karriere eigentlich vorbestimmt. Sie hatte sich als Schriftstellerin und Künstlerin einen gewissen Namen gemacht und bewegte sich in der Kunstszene und den literarischen Zirkeln Londons und hatte mehrere Ausstellungen in den USA. In England traf sie auf den Dichter William Butler Yeats. 1903 illustrierte sie einige seiner Arbeiten. Yeats war es dann auch, der sie in den Hermetic Order of the Golden Dawn (Hermetischen Orden der Goldenen Morgendämmerung) einführte.

Pamela gehörte zu den Menschen, die man heute als Synästhetiker bezeichnet. Unter Synästhesie versteht man die Kopplung von Wahrnehmungen, die physikalisch getrennt sind. Dazu gehört z.B. das sogenannte Farbenhören, d.h. es wird ein Ton gehört und gleichzeitig eine bestimmte Farbe gesehen. Bei einer kompletten Melodie können ganze Bilder vor dem inneren Auge erscheinen oder es entsteht eine Art Farbenfeuerwerk, was von den Betroffenen aber nicht immer als angenehm empfunden wird. Diese Empfindung ist jedoch nicht umkehrbar. Heute ist die Synästhesie Gegenstand der Forschung und gilt als physiologische Normvariante. Pamela verfügte also über eine Fähigkeit, mit der sie sich von anderen unterschied. Hinzu kam ihre künstlerische Begabung. So war es eigentlich kein Wunder, dass Arthur Edward Waite sich Jahre später für die Verwirklichung seines Tarots an Pamela wandte.

Zwischen 1908 und 1909 begann sie ihr berühmtestes Werk, die Bilder für die Karten des später genannten Tarot von A. E. Waite, zu kreieren. Jedenfalls schreibt sie im November 1909 einen Brief an Stieglitz, in dem sie mitteilt, dass sie die Arbeit an 80 Bildern für ein Tarotdeck fertiggestellt, dafür aber sehr wenig Geld bekommen hat.


Das Tarotdeck wird im Dezember 1909 vom Verlag Rider & Sohn als "Tarot Deck" ohne einen speziellen Namen veröffentlicht. Damals war es ganz einfach nicht üblich, den Namen des Künstlers anzugeben oder diesen an den Einnahmen in Form von Tantiemen zu beteiligen. Der Künstler machte seine Arbeit, bekam dafür ein Honorar und das war's. Erst später wurde dieses Tarot dann als Tarot von A. E. Waite bezeichnet, nach dem Namen des Autors. Heute kommt uns das sehr ungerecht vor, insbesondere, da bekannt ist, dass Pamela, nach ihrer eigenen Aussage, für ihre Arbeit nur wenig Geld bekommen hat und im Alter völlig verarmt war, obwohl sie das berühmteste Tarot der Welt geschaffen hatte. 1909 war das aber noch nicht abzusehen.
Es herrscht heute Uneinigkeit darüber, ob Pamela Colman Smith die Karten ausschließlich nach Waites Anweisungen malte, oder ob Waite nur die Art der Darstellungen umrissen, ihr aber ansonsten weitgehend freie Hand gelassen hat.


In den folgenden Jahren hielt sich Pamela mit verschiedenen Aufträgen, hauptsächlich Buchillustrationen, über Wasser. Zwar wurde ihre Arbeit von Experten immer wieder lobend erwähnt, doch der große Erfolg blieb leider aus. Dazu dürfte allerdings auch beigetragen haben, dass sie, wie aus ihrem Bekanntenkreis immer wieder verlautete, überhaupt keinen Geschäftssinn besaß.


Sie starb arm aber nicht einsam, Ihren Humor und ihre Liebenswerte Art soll sie nie verloren haben.
Ihre Inspiration bezog sie zeitlebens aus Märchen, Legenden, Mythen und ganz besonders aus der Musik.


Sie starb am 18. September 1951 verarmt und verschuldet in Bude, Cornwall. Ihre wenige Habe vermachte sie Nora Lake, einer langjährigen Freundin.



Quellenangaben:
Bild: Pamela Colman-Smith, ca. 1912, Stuart R. Kaplan, The Encyclopedia of Tarot, Vol.
III, mit freundlicher Genehmigung
Stuart R. Kaplan, The Encyclopedia of Tarot, Vol.
III
Holly Voley, Biography, based upon Melinda Boyd Parsons, Biography of Pamela Colman Smith


Titel der Autorin/des Autors (Auswahl)


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